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Indien: Goa

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Magie!

Jedes Mal wenn ich das Meer sehe ist dies für mich ein magischer Moment. Welches Meer es ist scheint meinem Kopf egal zu sein. Ein Lächeln manifestiert sich in meinem Gesicht in dem Moment in dem ich aus dem Fenster des Flugzeugs das Meer sehen kann.

Der Flughafen von Goa scheint ein Militärflughafen zu sein. Vom Taxiway kann man Militärhubschrauber sehen, die gerade gewartet werden. Der Flughafen ist sehr klein. Ich habe gelesen dass man früher nur per Schiff hierher kam.

Erste unangenehme Überraschung wartet am Gepäckband auf mich. Der Karabiner, den ich in Hyderabad genutzt habe um meine Riemen zusammen zu binden hat es nicht wieder zurück zu mir geschafft. Ich warte noch ein bischen, aber als nichts mehr kommt gehe ich. Es wartet eine Armee von Taxifahrern, die mich in ihr Herz und ihre Mitte schliesst, oder um genau zu sein meine Brieftasche.

„Du willst nach Palolem? Boah das ist ja richtig weit weg, mindestens 60km. Ich muss ja wieder zurück kommen. Nein das ist zu weit.“
Ich fange an zu lachen und weise sie darauf hin dass sie gerne wieder zurück zum Ausgang gehen können, wenn es ihnen zu weit ist.  Nach ein paar Minuten kommt der erste mit Zahlen: „3000 Rupien.“
Wieder fange ich an zu lachen und weise darauf hin dass ich nicht das Taxi kaufen will und biete 1000. Bei 1500 treffen wir uns mit der Option auf 1800 wenn wir auf den Phantom-Stau treffen von dem alle Fahrer gesprochen haben.

Man merkt den Katolizismus sehr eindeutig. Auf der Fahrt sehe ich immer wieder Friedhöfe voller Kreuze und kleine Kirchen. Ältere herrschaftliche Gebäude scheinen häufiger im portugiesischen Stil gebaut worden zu sein.
Immer wieder laufen die typischen indischen Kühe an der Straße entlang, es gibt sie also doch. Den Stau sehe ich allerdings nicht.

Langsam wird es dunkel. Wir verlassen den Ort, der übrigens nicht Goa heiß. Goa ist die Region.
Indische Fahrer sind sehr hektisch unterwegs. Das ist noch ok, wenn man bei Licht in der Stadt unterwegs ist, leider sind wir irgendwo auf dem Land und die letzte Ortschaft scheint Ewigkeiten her zu sein. Als wir Palolem näher kommen folgt der Fahrer Google Maps auf seinem Handy, was schon ein seltsam ist. Als wir ankommen ist das Erste was ich sehe ist ein Haufen Müll und als ich aussteige schlägt mir eine Rauchwolke entgegen. Es werden Palmenblätter verbrannt um die Moskitos zu verjagen.

Es gibt einen großen Nachteil wenn man alleine reist. Ich habe erstmal niemanden zum reden. Klar die Angestellten sind alle sehr nett, aber beim Abendessen sitze ich alleine. Anschliessend führt man mich zu meiner Hütte. Ich übertreibe nicht denn es ist genau das, eine Hütte. Das Netz über meinem Bett ist nötig, da an der Decke Gitter zur Belüftung sind und Insekten ohne Probleme rein kommen. Die Wände sind nicht einheitlich gezimmert, es sieht eher danach aus als wenn man genutzt hätte was gerade da war.
Das Bett ist kurz, das Internet nicht vorhanden, also schlafe ich die Nacht gut durch.

Am Morgen gehe für mein Frühstück zum Empfangsbereich und komme bei Haferschleim mit einem Schweizer ins Gespräch. Er wird bald abreisen und ich komme gerade an. Viele Tipps kann er mir nicht geben, viel Hoffnung dass ich hier tauchen kann leider auch nicht. Nach unserem Gespräch schnappe ich mir meine Kamera und gehe erstmal zum Strand. Die Wegbeschreibung, die ich bekommen habe ist akurat. Es kommt mir der Gedanke dass Indien wahrscheinlich einiges an Strom produzieren könnte, wenn sie ihren Müll sammeln und verbrennen würden.

Der Strand ist lang und flach, eine ältere Britin möchte von mir fotografiert werden und es dauert auch nicht lange, da tauchen zwei Inderinnen auf, die natürlich eng mit mir befreundet sind und recht nervig darum bitten dass ich in ihrem Laden vorbeikomme, sobald ich mit meinen beiden (imaginären) Freunden zum Strand komme. Die Inderinnen heißen Lola und Monica. Nach diesem Zusammentreffen gehe ich erstmal wieder zurück zu meiner Hütte, lege meine Kamera in die Holzkiste und schnappe mir mein Handy. An der Lobby gibt es WLAN und ich schreibe Emails. Hierbei komme ich über einen Mango Lassi mit zwei Engländern, die in Australien leben, ins Gespräch. Carol und Bryan sind älter als ich, aber einfach total cool.

Die beiden haben auch mit Monica und Lola Bekanntschafft gemacht und zusammen entscheiden wir den langen Weg nach Palolem über die Straße zu nehmen. Erst geht es an einigen Häusern vorbei, bis wir auf Höhe von Feldern sind, auf denen sich immer wieder freie Kühe und Schweine finden. Nein es gibt keine windschiefen Hütten, naja bis auf die in der ich schlafe. Im Ort wimmelt es nur so von kleinen Läden und Leuten die unsere besten Freunde sind und uns etwas zu einem super Deal verkaufen wollen. Je näher wir dem Strand kommen, desto mehr Läden gibt es.
Am Strand lassen wir uns an einer Bar nieder und trinken erstmal was. Es sind viele hübsche Israelinnen in ihrem Urlaub hier. Eine besonders hübsche redet neben mir mit dem Kellner. Ich genieße den Anblick, aber wohl zu offensichtlich denn Carol macht sich über Bryan lustig, der beim glotzen auf sein Handy die kleine in String-Bikini verpasst hat. Wir  ziehen nach einigen Bier und längeren Geschichten noch ein Stück den Strand runter. Viel gibt es nicht zu sehen, also gehen wir zu einer Strandbar. Direkter Blick auf den Strand, besser wird es nicht. Gesprächsthema des Tages sind Filme, die man gesehen haben sollte. Meine Aufgabe für zuhause werden Fargo und Peaky Blinders zu schauen.
Nachdem wir gegessen haben bringen die Fischer den frischen Fisch an Land und das Restaurant stellt wenig später einen Aufsteller mit frischem Fisch auf um Gäste anzulocken.

Während wir essen geht die Sonne langsam über dem Strand unter. Der gefühlt erste wirkliche Urlaubstag, den ich in Indien habe geht  zuende. Das Essen ist gut, die Gesellschaft ist klasse und die Sonne erzeugt unendlich vielen Rottöne. Den Abend über haben Bryan und Carol mehrere „the last beer please“ getrunken. Über einen dunklen Strand gehen wir zurück, Monica und Lola sind zum Glück bereits weg. Kurz vor unserer Unterkunft stelle ich fest dass ich meine Sonnenbrille vergessen habe. Ich srpinte zurück. Die Kellner gehen mir auf die Nerven mit Fragen ob ich mir sicher sei dass ich die Brille hier vergessen hätte und wie lange ich denn schon weg gewesen sei. Dabei sind wir vor 5 Minuten erst gegangen. Die Gäste, die sich an unserem alten Tisch eingefunden haben, haben auch laut genug gesagt dass ein Kellner meine Brille vor einer Minute erst mitgenommen hätte. Die Show nervt ziemlich.
Goa Sonnenuntergang am Strand Panorama

Nachts habe ich leichte Schwierigkeiten eine bequeme Schlafposition zu finden. Das Bett ist ein wenig zu kurz und ich muss quer liegen, damit meine Beine nicht unter dem Mückennetz hervor schauen.
Wir hatten uns eigentlich morgens zum Frühstück verabredet, aber Bryan und Carol sind nicht anzutreffen. Als dann bei mir der Delhi Belly (Durchfall) einsetzt schnappe ich mir mein Buch und lese auf der Veranda vor meiner Hütte. Irgendwann nachmittags zieht es mich mit meinem Buch an den Strand. Ich riskiere einfach dass ich Probleme mit meiner Verdauung bekomme.

Als ich mich für ein paar Minuten aufsetze stelle ich fest dass ich von vorbeigehenden Leuten komisch angeschaut werde. Weiße sind hier offenbar echt eine Ausnahme. Als ich mich wieder hinlege stelle ich fest dass die Leute nicht mich sondern die Kuh, die schon fast auf meinem Handtuch liegt, angegafft haben. Das Tier macht mich nervös, also ziehe ich mein Handtuch einen Meter weiter weg. 5 Minuten später legt sich ein Hund links von mir direkt neben mein Handtuch.

Da hilft nur die Flucht, also ab einige hundert Meter zurück in Richtung Bhakti Khutir. Nach kurzen sehe ich meine beiden englischen Freunde, entscheide mich aber erstmal weiter zu lesen. Nichtmal 15 Minuten später steht plötzlich eine ganze Gruppe Kühe um mich herum. Ich nehme das als Zeichen und stehe auf. Bryan und Carol gebe ich kurz bescheid dass ich noch meine Kamera hole und dann wieder komme. Als ich wieder zurück am Anfang des Strands bin versucht Lola (das letzte Mal nannte sie sich Monika) mich dazu zu bringen in ihren Laden zu gehen. Auf dem Ohr bin ich taub. Ich schaffe es gerade so vorm Sonnenuntergang zurück und stelle die Kamera auf. Wir lachen wieder viel und reden viel übers Auswandern und das Leben in Australien.
Nach Sonnenuntergang lassen ein paar Leute ein paar Heißluftballons steigen. Es sieht witzig aus, da die Kerzen am Anfang offenbar zu klein sind. Erst nach mehrfachen Versuchen fliegen eine Handvoll über den Strand davon.

Auch in der dritten Nacht kämpfe ich mit der Länge des Bettes. Nach dem Frühstück hänge ich erstmal wieder bis zum Nachmittag auf meiner Veranda ab und lese. Mein Freund der Durchfall begeleitet mich immernoch. Am Nachmittag gehe es wieder zum Strand. Kaum liege ich auf meinem Handtuch kommt ein dicker Inder, der mich mit den Worten begrüßt „Hello Friend, where are you from“. Ich schaue ihn mir kurz an, stelle fest dass er 4 Plastikbecher in der Hand hält und beschäftige mich wieder mit meinem Buch. Es dauert nicht lange dann kommen seine zwei Kumpel mit einer Flasche Bier und fangen an mich zu bequatschen. Ich lese ganz ruhig weiter und ignoriere sie. Es dauert nicht lange bis sie einfach weiter gehen und sich ein anderes Opfer aussuchen.
Da ich alleine bin habe ich auch keinen Bock ins Wasser zu gehen und meine Sachen zurück zu lassen. Bryan und Carol entdecken mich bevor ich sie sehe und machen sich anschliessend über mich lustig. Ich lasse meine Sachen kurz bei ihnen um wenigstens einmal ins Wasser gehen zu können. Es ist kalt, also schnell wieder zurück. Nach dem Abendessen im Restaurant kehre ich nochmal an den Strand zurück um Fotos zu machen. Es dauert nicht sehr lange bis ein Inder kommt und mir was in Hindi erzählt. Der Typ nervt. Er versucht ständig die Fotos auf dem Bildschirm meiner Kamera zu fotografieren. Egal was er mit seinem Telefon macht, er löscht nichts und da der Speicher voll ist schafft er es nicht. Keine Ahnung welche Bildqualität er mit seinem alten Nokia erwartet hätte. Leider werden die meisten Sternenbilder nichts, ich schaffe es irgendwie nicht den Fokus richtig zu stellen. Zumindest das Foto vom Mond wird was.
Zurück bei den Hütten gebe ich bescheid dass ich am nächsten Tag zurück zum Flughafen muss. Es wird mir versprochen dass mich ein Taxi zurück bringt. Da der Herr am Empfang aber nichts aufschreibt bin ich ein wenig nervös. Da Bryan und Carol sehr viel früher am Morgen abreisen verabschieden wir uns herzlich. Die Zwei waren eine klasse Gesellschaft. Ich hoffe mal ich schaffe es sie in Adelaide zu besuchen.

Die Nacht ist furchtbar. Mitten in der Nacht singen alle Hunde um meine Hütte herum ein stundenlanges Heulkonzert. Am Morgen bin ich total gerädert. Am Vortag habe ich mich gefragt ob der Typ bei meiner Ankunft mir ein oder zwei Stück Seife bereit gelegt hat. An diesem Morgen ist nur noch die Hälfte von einem übrig und das mit Bissspuren. Gott sei dank habe ich meine Zahnbürste immer weggepackt. Wer weiß was, abgesehen von dem Frosch, in den Nächten durch meine Hütte gelaufen ist.

Ein letztes Frühstück und langes Surfen mit dem Handy sind mein Abschied von Goa. Viel zu früh mache ich mich mit einem Luxustaxi auf den Weg zum Flughafen. Der Fahrer lässt einen Shiva Chant laufen. Erschreckenderweise kenne ich die meisten der Chants auf seiner CD. Bei Tageslicht ist die Fahrt viel weniger erschreckend. Dass es mich 2000 Rupien kosten würde hätte ich nicht gedacht.
Während ich darauf warte mein Gepäck abgeben zu können unterhalte ich mich mit einem Belgier namens Will. Er ist in seinen 70ern und wenig begeistert von Indien. Die Leute sind ihm zu aufdringlich und alles ist zu teuer. Er rät mir Urlaub in Kambodscha oder Vietnam zu machen. Dorthin will er jetzt auch wieder zurück fliegen.
Nachdem ich meinen Rucksack losgeworden bin darf ich rauf zu den Gates. Der Flughafen ist ziemlich klein und man sieht dass die Geschäfte sehr viel später hinzugekommen sind.

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