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Martinique – St Pierre

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Wie schon erwähnt habe ich mich auf diesen Urlaub nicht vorbereitet. In meinem Bücherregal steht kein Reiseführer mit dem Titel „Martinique“, um darin nach Inspirationen für kleine Trips zu recherchieren. Ich hatte im lokalen Buchladen sogar geschaut ob es Reiseführer gäbe, habe aber nur einen Karibikführer mit ein paar Seiten über Martinique gefunden.
Alle Informationen über die Insel haben mir die Honeymooners gegeben. So weiß ich auch dass sie sich auf einen Steg in St. Pierre im Norden der Insel verlobt haben.

Saint-Pierre war einst die Hauptstadt und muss das blühende Zentrum der Insel gewesen sein. 1902 beendete der Mt. Pelée dies mit einem Ausbruch. Die gesamte Stadt brannte nieder.

Es dauert ungefähr eine Stunde bis ich ankomme. Bis zur Stadt sind die Straßen kein Problem. In St. Pierre muss jemand einst auf die brilliante Idee gekommen sein dass tiefe Gräben neben den Straßen super sind um das viele Wasser loszuwerden. Leider ist die Straße gerade einmal breit genug für ein Auto, die Kanten der Gräben sind so steil dass ich Angst haben muss wegzurutschen. Ist das vielleicht die Begründung dafür warum hier keine SUVs zu sehen sind?
Schwitzend fahre ich mitten in einer Kolonne über eine Einbahnstraße durch die Stadt. Am anderen Ende der Stadt ist ein großer Parkplatz auf dem ich mein Auto zurücklassen kann. Die anderen Autos sehen eher so aus als wäre das hier eher ein Schrottplatz.

Martinique – Autokult

Am Wasser entlang, vorbei an rostenden Kanonen geht es in Richtung des Bootsstegs. Selfies im Handyzeitalter sind etwas seltsames für mich aber ohne ein Selfie in Richtung Heimat kann ich hier nicht weg. Hoffentlich löst das ein bisschen Nostalgie bei den Honeymooners aus. Eine Gruppe Surfer entsteht gerade aus einem Boot, offenbar ist das für aufgrund der Wracks im Wasser ein Surf-Mekka.

Der Steg ist anders als erwartet. Die Erzählungen hatten das Bild eines viel kleineren Steg gezeichnet aber tatsächlich steht man hier vor einem langen Bootssteg mit zwei angelegten Booten. Ich fühle mich etwas beobachtet während ich meine Fotokugeln mache und verschwinde anschließend auch schnell wieder.

Eine Reihe an Ruine erinnern an die letzte incarnation der Stadt. Das alte Gefängnis ist tatsächlich interessant. Die Überreste der meisten Mauern sind nur noch hüfthoch. Eine Zelle ist noch übrig, ihre Größe erinnert eher an eine Menschengroße Hundehütte. Damals waren Gefängnisse ein Weg Menschen zu bestrafen und nicht sie zu resozialisieren.

Da die Stadt ansonsten keine weiteren Sehenswürdigkeiten bietet gehe ich zurück zum Auto. Aus einer Laune heraus entscheide ich zur Habilitation Ceron zu fahren. Der Weg ist länger als ich gedacht habe. Die Straße ist streckenweise so schlecht dass ich mir Sorgen um das Auto mache. Auf dem langen, Schlagloch gefüllten Weg wächst der Gedanke in mir dass ich mich nicht genug für das Ziel interessiere um mir und dem Auto die Straße anzutun.