{"id":2674,"date":"2016-04-02T13:49:55","date_gmt":"2016-04-02T13:49:55","guid":{"rendered":"http:\/\/berightback.de\/?p=2674"},"modified":"2016-04-02T13:49:55","modified_gmt":"2016-04-02T13:49:55","slug":"eco-trail-de-paris-die-ersten-28km","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/berightback.de\/?p=2674","title":{"rendered":"Eco Trail de Paris &#8211; die ersten 28km"},"content":{"rendered":"<p dir=\"ltr\">Ein Lauf beginnt normalerweise mit dem Abholen der Unterlagen. Ich hatte mir meine zuschicken lassen, h\u00e4tte mir also den Weg zur Laufmesse schenken k\u00f6nnen. Sowohl in Paris als auch in Annecy gab es die Option dass man etwas bei der Anmeldung spenden kann. Unter all den Optionen hatte ich eine ausgew\u00e4hlt konnte mich aber nicht mehr dran erinnern welche es nun war. Eine Woche vor dem Lauf bekam ich dann eine Mail vom Eco trail Team dass ich auf der Laufmesse eine rote Nase abholen k\u00f6nnte f\u00fcr die Spende an die Krankenhausclowns.<br \/>\nJa cool also auf in die Metro und hin zur Messe. Erstmal habe ich mich verkaufen, da es mehr als nur eine Messe gab. Am Eingang scannte dann einer mein Ticket ein und erkl\u00e4rte mir etwas in franz\u00f6sisch.<br \/>\n&#8220;I&#8217;m sorry but I don&#8217;t speak French&#8221;.<br \/>\nEin verst\u00e4ndnisloser Blick und dann versuchte er es mir mit anderen franz\u00f6sischen Worten zu erkl\u00e4ren. Prinzipiell hatte ich schon verstanden dass er mein Ticket auf den Haufen zu den anderen legen w\u00fcrde, aber der Mangel an Alternativsprachen war schon erschreckend.<br \/>\nIch bin dann \u00fcber die Messe gestolpert. Es handelte sich um eine gro\u00dfe Tourismusmesse auf der sich irgendwo die Laufst\u00e4nde versteckten. Nach 20 Minuten hatte ich sie gefunden und nach weiteren 5 auch den Stand wo ich meine Nase abholen konnte. Hier sa\u00dfen 3 \u00e4ltere Damen. Ich kalkulierte meine Chance dass sie mehr als nur franz\u00f6sisch sprachen drehte mich um und ging wieder. So viel zur internationalen Metropole Paris \ud83d\ude09<br \/>\nAm Abend wurde ich dann nerv\u00f6s und ging 3 mal durch das Equipment durch, stellte den Wecker und schaue die gesamte Webseite durch ob ich nicht irgendwas vergessen haben k\u00f6nnte.<br \/>\nMorgens um 6:45 Uhr klingelte der Wecker. Langsam stand ich auf, fr\u00fchst\u00fcckte und machte mich auf den Weg zum <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Champ_de_Mars\" target=\"_blank\">Champ du Mars<\/a> am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eiffelturm\" target=\"_blank\">Eiffelturm<\/a>, wo der <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%A9seau_Express_R%C3%A9gional\" target=\"_blank\">RER <\/a>nach <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Versailles_%28city%29\" target=\"_blank\">Versailles <\/a>abfahren w\u00fcrde. Da noch keine Tourist da waren und ich Zeit hatte machte ich noch einige Fotos.<br \/>\nAm Bahnhof waren schon einige andere L\u00e4ufer, die auf den Zug warteten. Viel gesprochen wurde nicht. Der Zug kam, ich stieg ein und als er los fuhr sah ich dass die meisten L\u00e4ufer mit orangenen Nummern zur\u00fcck geblieben waren. Ein wenig nerv\u00f6s habe ich mit zwei junge L\u00e4ufer gesucht und sie gefragt ob sie auch nach Versailles fahren w\u00fcrden. Sie Versicherten mir das ich richtig w\u00e4re.<br \/>\nEin paar Haltestellen sp\u00e4ter kam ein anderer L\u00e4ufer, der mir sagte dass wir besser zusammen an der n\u00e4chsten Haltestelle umsteigen sollten, denn der Zug f\u00e4hrt zwar nach Versailles aber in die falsche Ecke. Wir haben uns dann erstmal eine Weile unterhalten. L\u00e4ufer sind sehr nette Menschen und da er letztes Jahr in Annecy gelaufen ist hat er mir noch einige Tipps f\u00fcr das <a href=\"http:\/\/www.maxi-race.org\/\" target=\"_blank\">maxi race<\/a> gegeben.<br \/>\nEin Bus fuhr uns vom Bahnhof zum Schloss. Dort trieben sich ein Haufen anderer L\u00e4ufer rum. Was mir auffiel waren die Toiletten. Wo \u00fcberall anders Chemietoiletten stehen waren hier welche aus Holz. Davor standen S\u00e4cke mit Holzsp\u00e4ne. Man nahm sich mit einem Becher Sp\u00e4ne und warf sie dann hinterher auf sein Gesch\u00e4ft. Auch die Urinale waren anderes, die Schl\u00e4uche f\u00fchrten in Bottiche voller Holzsp\u00e4ne. Hier stank nichts.<br \/>\nBeim umziehen fiel mir auf dass viele hier anstatt langer Laufshirts kurz\u00e4rmlig trugen und daf\u00fcr Armlinge \u00fcberzogen.<br \/>\nWir dr\u00e4ngten uns in die erste Startgruppe rein. Vorne laberte ein Franzose vor sich hin ins Mikro, keiner h\u00f6rte zu. Um 10:45 Uhr ging es dann los. Zuerst \u00fcber bucklige Wiesen und dann am k\u00fcnstlichen See entlang. Neben den Wegen bl\u00fchten die Schneegl\u00f6ckchen. Die ersten 6km liefen wir durch den Schlosspark, dann ging es raus. Das Feld hatte sich schon aufgeteilt und doch sprinteten immer wieder Leute an mir vorbei. Ob die das lange durchhalten? Das erste Mal sah ich Fotografen am Hang auf uns warten. Bergauf laufen nur Leute die nicht wissen was auf sie zu kommt. Immer wieder gab es Stra\u00dfen aber es warteten auch jedes Mal Helfer auf uns und hielten notfalls Verkehr auf.<br \/>\nVor meiner Abreise war ich nerv\u00f6s ob ich das Rennen wirklich ohne Zucker \u00fcberstehen w\u00fcrde also hatte ich mir getrocknete Mangos und Bananenchips gekauft. Um km 10 herum habe ich dann den ersten Snack aus dem Rucksack geholt. Es wurde sehr schnell sehr schwierig gleichzeitig zu laufen und zu essen, es ging pl\u00f6tzlich bergab und zwar steil. Hier ging es das erste mal durch eine Ortschaft, allerdings lag der Ort <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Les_Loges-en-Josas\" target=\"_blank\">Les Loges on Josas<\/a> mitten in einem Talkessel. Jeder Meter den ich runter lief musste ich nur wenige hundert meter sp\u00e4ter wieder hinauf. Schnell ging hier erstmal nichts.<br \/>\nBei km 11 waren wir dann wieder im Wald. Weniger sp\u00e4ter kamen wir durch eine sumpfige Ecke. Alle versuchten sehr vorsichtig durch den Morast zu kommen. Ich stapfte tief in den Schlamm und bekam nasse F\u00fc\u00dfe.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Zwischendurch wurde der Wald wieder unterbrochen und wir liefen \u00fcber eine Br\u00fccke, die uns \u00fcber die Bahnschienen brachte. Besonders schwierig fand ich die immer wieder auftretenden steilen Wege. Hier versuchte ich immer durch schnelle lange Schritte ein bischen Zeit zu gewinnen, doch an einem besonders steilen Teil habe ich es \u00fcbertrieben. Ein rei\u00dfender Schmerz teilte mir mit dass ich es nicht \u00fcbertreiben sollte. Der n\u00e4chste Kilometer machte sich schwer, ich musste beim Auftreten aufpassen. Die Fu\u00dfsohle zeigte Zeichen von \u00dcberlastung.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Um km 20 herum habe ich dann den n\u00e4chsten Snack zu mir genommen. Bananenchips sind keine besonders gute Idee zum laufen, ich habe mich verschluckt und musste eine ganze Weile husten. Erstmal wechselten sich Breite Feldwege und kleine Trampelpfade ab. Meinte Trailschuhe bewahrten mich vor dem einen oder anderen Ast. Gef\u00fchlt im Nirgendwo liefen wir immer wieder ein kleinen Friedh\u00f6fen vorbei. Nach ein paar km Wald war das immer ein leicht irritierender Anblick.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Kurz bevor es zur ersten Verpflegungsstation ging teilte mir meine Nase mit dass es Suppe in der Umgebung gab. Ich stolperte einen Weg hoch und stand pl\u00f6tzlich auf einer Lichtung. Hier waren Tische und sowas wie Zelte aufgestellt und es gab was zu trinken und zu essen. Wasser, Isogetr\u00e4nke und Orangensaft war in gro\u00dfen Kanistern vorhanden. Ich setzte meine Sonnenbrille ab, damit sie nicht vom Schwei\u00df verschmiert w\u00fcrde und holte meinen Faltbecher aus dem Rucksack heraus. Orangensaft schmeckte wie s\u00fc\u00dfester Necktar. Mit vollem Camelbak ging ich weiter. Von links rief ein Franzose mir zu &#8220;Christian komm her und trink noch ein bischen Wasser.&#8221; Zum ersten mal seit Stunden habe ich Deutsch geh\u00f6rt, ein gro\u00dfartiges Gef\u00fchl. Nach zwei Bechern Mineralwasser machte ich mich \u00fcber das B\u00fcffet her. Die Franzosen sind gro\u00dfartige Gastgeber. Hier gab es alles was ich verdauen konnte. In Deutschland gibt es Bananen, \u00c4pfel und M\u00fcsliriegel, wenn mann Gl\u00fcck hat gibt es Milchreis. In Frankreich gab es Gem\u00fcsebr\u00fche (in Pappbechern), Salami, K\u00e4se, Cracker, Bananen, Orangen, Kuchen, Rosinen, Erdn\u00fcsse und Schokolade. Der Magen sagte mir ich sollte mir den Bauch voll schlagen, der Kopf wollte davon nichts h\u00f6ren. Wegen der Maffetone Methode habe ich alles vermieden was k\u00fcnstlichem Zucker enthiert. Besonders \u00fcberrascht haben mich die M\u00fclltonnen zur M\u00fclltrennung. Viele Franzosen konnten damit nicht viel anfangen und warfen ihren M\u00fcll in die falsche Tonne. Eine Nachricht an meine Freundin und ein Panoramabild sp\u00e4ter machte ich mich wieder weiter auf den Weg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Lauf beginnt normalerweise mit dem Abholen der Unterlagen. Ich hatte mir meine zuschicken lassen, h\u00e4tte mir also den Weg zur Laufmesse schenken k\u00f6nnen. Sowohl in Paris als auch in Annecy gab es die Option dass man etwas bei der Anmeldung spenden kann. Unter all den Optionen hatte ich eine ausgew\u00e4hlt konnte mich aber nicht mehr dran erinnern welche es nun war. Eine Woche vor dem Lauf bekam ich dann eine Mail vom Eco trail Team dass ich auf der Laufmesse eine rote Nase abholen k\u00f6nnte f\u00fcr die Spende an die Krankenhausclowns. Ja cool also auf in die Metro und hin zur Messe. 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