• Menu
  • Menu

Florida – Abreise in die Heimat

Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir nochmal rein nach Fort Lauderdale. Einige Postkarten wollen noch besorgt, frankiert und abgeschickt werden. Trotz der verbreiteten Autokultur finden wir keinen kostenfreien Parkplatz. Auf dem einzigen Parkplatz in der Gegend will man 20$ für 0-4 Stunden von uns haben und so entscheiden wir dass ich im Auto bleibe und Katrin kurz verschwindet. Nach wenigen Minuten kommt schon ein Ordnungshüter und bringt mich dazu spontan um die Häuser zu kreisen. Katrin hüpft an einer Ampel dann wieder ins Auto.


Wir fahren ein Stück durch den Ort und landen in einem kleinen Café. Einige “Künstler” haben das Cafe genutzt um an ihrem Laptop zu arbeiten. Manche Klischees stimmen eben einfach. Es ist mitlerweile Mittag, ein kleiner “Snack” würde die Stimmung heben. Im Tarpon River Brewing, auf der anderen Straßenseite, finden wir unser Mittagsessen. Das Essen in der Brauerei ist wirklich gut und die Bedienung ist gewohnt amerikamisch freundlich. Wir belohnen die Freundlichkeit hier natürlich mit einem entsprechenden Trinkgeld.

Spontan fallen uns weder Ziele in Fort Lauderdale noch in Miami ein und so biegen wir auf dem Weg zum Flughafen auf den Broward County Fair ein. Der riesige Pegasus und der Drachen dort haben uns bei jeder Fahr nach Miami gereizt, doch beim Einbiegen auf den Parkplatz ist tote Hose. Der Parkplatz ist fast leer und weder Geschäfte noch Entertainment Läden sind gut besucht. Erstaunlicherweise ist kein Tumbelweed zu sehen, es würde zum Lebensgefühl hier passen. Ein paar Herren scheinen zu zocken während in einem Laden nebenan die Mütter mit den Kindern die Zeit verbringen. Es passt zu unserer aktuellen Stimmung, man schlägt hält die vorhandene Zeit tot. Es gibt viele leere Spielhallen, Arenen für Pferdewetten und Läden für Luxusartikel. Hätten wir nicht so viel Zeit bis zum Abflug gehabt so würde ich den Aufenthalt hier als absolute Zeitverschwendung sehen, aber das war ja schließlich das Ziel. Ob hier jemals genug los ist dass man es lebendig nennen kann? Kriechen vielleicht eher die Zombies aus ihrem Alterssitz und stöhnen dann vor den Wettbüros vor sich hin wenn ihr Pferd nicht gewinnt?

Wir fahren vom Parkplatz runter und plötzlich sehen wir neben uns etwas unglaublich komisches. Aus einem Truck schaut ein glücklicher Hund, der die Luft der Straße schnüffelt.

Direkt nach dem wir vollgetankt haben wird unser treues Auto in einem Parkhaus, direkt neben der Abflughalle in Empfang genommen. Ich habe zu viel Zeit für die Übergabe eingeplant. Es wird nichts beanstandet und der Mitarbeiter versucht das gelernte aus seinem Deutschkurs an uns. Ich freue mich jedes Mal wenn jemand meine Sprache erlernen will und so wechseln wir ein paar Worte, bis das nächste Auto kommt und unser Gespräch endet. Da im Übrigen ein Mid-Size Auto in den USA eher im Vergleich zu einem Mietauto in Deutschland recht groß ist würde ich das Geld sparen und keine großen Autos mieten. Es kann natürlich sein dass Du unbedingt Mal einen der amerikanischen Panzer fahren willst.

Der Flughafen selber ist nichts besonderes, vielleicht ein wenig abgewetzt. Es gibt für uns nichts mehr zu Shoppen, wir sind beide irgendwie erschöpft und lustlos. Unsere vollgestopften Rucksäcke würden aber eher Probleme machen wenn wir noch mehr Mitbringsel reinstopfen wollen würden. Immerhin sorgt ein Wachmann in einem rosa Schaukelstuhl für ein wenig Belustigung.

Die USA sind ein interessantes Land, voller Widersprüche. Wir haben viele interessante Menschen getroffen und spannende Orte besucht. Vieles werde ich wohl nie verstehen. Eines der Dinge, die sich mir nicht erschließen wollen ist diese Angst vor Sexualität. Man kann nur darüber lachen dass im Zeitschriftenshop Platten auf die Pornozeitschriften legt, damit man die Bilder nicht sehen kann: