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Miami Beach

Eigentlich kann man nicht sagen wir seien von Fort Lauderdale nach Miami gefahren. Es ist jetzt nicht so als wenn eine Stadt enden und die andere irgendwann beginnen würde. Es fühlte sich eher so an als wären wir durch den Stau in einen anderen Stadtteil gespült worden.
Eine aufklappbare Brücke trägt uns über eine Bucht und schon fahren wir zwischen den Hochhäusern von Miami Beach entlang. 
Unser Ziel ist der Spaziergang zwischen den Art Deco Häusern, die der Reiseführer empfohlen hat. 
Kaum haben wir das Auto in einem Parkhaus abgestellt schlägt uns die brennende Luft entgegen. Wir haben gelernt uns ausreichend Getränke einzupacken.
Der Spaziergang stellt sich als kürzer heraus als gedacht, was nicht heißt dass wir nicht alle paar Meter stehen bleiben um ein weiteres dieser tollen Häuser zu fotografieren.
Im Grunde geht es einmal um den Block.

Auf der Strandseite nutzen wir die Gelegenheit und stapfen in den Sand. Der Beach erweist sich als riesig. Die hohen Gräser wiegen sich im Wind. Vor uns breiten sich Mietschirme, Mülleimer und die Rettungsschwimmer-Hütten auf Stelzen, wie man sie aus schlechten Serien kennt. Hier sind sie passend zu den Häusern in einem zarten rosa gehalten.

Hinter uns fotografiert jemand seine Freundin in einer typischen Hobby-Model-Pose. Das nennt man wohl internationale Verständigung, da sind eben einfach alle gleich. Katrin mag aufgrund ihrer sehr hellen Haut nicht gerne am Strand verweilen und abgesehen davon hier über Klischees zu lästern hält mich auch wenig.

Zurück an der Hauptstraße grübeln wir wo es als nächstes hingehen soll. Die Art Deco Route ist abgegrast. Ich werde in Zukunft aufpassen ob Filme in Miami immer wieder die selben Shots zeigen. Aufgrund der Hitze sollte der nächste Stop eine Klimaanlage besitzen.
Neben uns steht eine typische Miami Tussi. Stark gebräunt, zu enges top, offenbar gemachte Brüste und so knappe Hotpants das auf einer Seite der Po heraus hängt. Sie nimmt ein Handy aus der Miniatur Handtasche und fängt schnell an zu sprechen. Völlig überrascht schauen Katrin und ich uns an. Aus dem Mund der Dame kommt Deutsch, in tiefsten Mönchengladbach Dialekt.

Schnell verschwinden wir. Notfallpläne enthalten bei uns immer Kaffee und da Katrin ein Cat-Café gefunden hat empfängt uns auch schnell eine Klimaanlagen. Der Kaffee ist mittelmäßig und verdient keine weitere Erwähnung, die Amerikaner haben offenbar schlicht einen anderen Geschmack. Die Katzen befinden sich in einem mit Glas abgetrennten Raum, für dessen Zugang man pro halbe Stunde bezahlen muss. Für Katrin ist es zu viel Geld, ich sehe aber gerade keine Chance direkt wieder in die Hitze zu wandern und so zahle ich zusätzlich zu den beiden Kaffees auch eine halbe Stunde im Goldfischglas für Katrin.
Ähnlich wie die Kängurus in Brisbane damals sind auch hier die Tiere völlig desinteressiert. Katrin versucht sie mit einer Feder an einem Stock ein bisschen zum Spielen zu animieren, erntet aber nur gähnen. Ich genieße meinen Kaffee und beobachte Katrin dabei wie sie zwischen verschiedensten Katzen sitzt und ein weniger gelangweiltes Tier sucht. Ein kleiner getigerter Kater zeigt sich animiert und versucht das ihm angebotene Spielzeug immer zu fressen.
Deutlich entspannter wagen wir uns wieder hinaus in die Hitze. Die Post auf der anderen Straßenseite hat leider zu und fügt damit der Erfahrung “ich finde im Urlaub nur Karten, aber keine Briefmarken” eine weitere Episode hinzu.

Ein kleines Stück die Straße runter gibt es einen Eisladen, der die Kugeln in kleine Blumensträuße dekoriert. Mit einem Schokolade-Brownie Blumenstrauß hüpfe ich beschwingt neben Katrin in Richtung Fußgängerzone. Ungewöhnlich für amerikanische Verhältnisse gibt es in Miami eine Fußgängerzone. Völlig gewöhnlich ist allerdings die Sammlung größerer Kaufhäuser wie Zara, H&M oder Footlocker. Den H&M steuern wir an, weil Katrin sich in der interessant dekorierten Filiale einmal umschauen mag, finden tun wir aber wenig interessantes.

Draußen führt ein älterer Herr seinen kleinen Dackel spazieren. Damit die Fußsohlen des armen Tieres nicht schmelzen trägt dieser an jeder Pfote einen Sneaker. Wir folgen ihm unauffällig bis wir auf dem Weg zum New World Center abbiegen müssen.

Katrin will unbedingt ein paar Fotos, da es von Frank Gehry designt worden ist. Wir hüpfen ein bisschen durch den schrägen Park und fahren wieder zurück zu unserer Ferienwohnung.

Der Erfolg des Tages befindet sich auf einer SD-Karte, die ich schnell sicher verpacke.