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Indien: Delhi

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Der Flughafen Delhi ist riesig. Ich besuche die örtlichen Örtlichkeiten bevor ich meinen Rucksack am Gepäckband erwarte. Aufgrund vorheriger Erfahrungen kann ich davon ausgehen dass ich die Zeit habe. Wenn ich gewusst hätte was mich hier erwarte, dann wäre ich wieder ins Flugzeug gestiegen und weiter nach Hause geflogen.

Kaum bin ich raus aus dem Flughafen muss ich den Shuttelbus zur Metro finden. Bryan und Carol haben mir eine Karte mitgegeben, mit der ich hier die Züge nehmen kann. Der Zug ist hochmodern und sauber. Die Anzeige macht sogar Sinn und zeigt genau wann ich ankommen werde. Der Bahnhof ist etwa genauso groß wie der Flughafen, ich brauche ein bischen bis ich raus bin. Draußen rufe ich mir ein Uber, während Rikscha Fahrer versuchen mich in ihr Gefährt zu locken.
Es dauert alleine 15 Minuten die ersten 200 Meter weit zu kommen. Das Verkehrschaos ist etwas das ich noch nie gesehen habe.

Es dauert eine dreiviertel Stunde bis wir an meinem Hotel ankommen. Es liegt in einer Nebenstraße, in der hauptsächlich Mofas und Fußgänger unterwegs sind.

Ich checke in ein schön großes Zimmer ein und frage ob es die Möglichkeit gibt irgendwo eine Massage zu bekommen. Seit Goa habe ich ziemliche Nackenschmerzen, die die steinharten Betten nicht besser gemacht haben. Ungefähr eine halbe Stunde später kommt ein junger Inder vorbei, der mir eine mehr als merkwürdige Massage gibt. Ich behaupte jetzt einfach mal dass er am anderen Ufer schwimmen geht. Ich muss ihn darauf hinweisen dass er doch eher die Finger von meinen privaten Bereichen zu halten hat. Am Ende versucht er noch einen deutlich höheren Preis zu erhandeln. Ich gebe ihm ein Trinkgeld, aber viel Geld habe ich eh nicht mehr übrig. Danach mache ich mich wieder auf den Weg. Erste Amtshandlung ist etwas wie Immodium Akut zu bekommen um den Durchfall unter Kontrolle zu bekommen. An der Hauptstraße mache ich ein kurzes Video um den Verkehr und das Hupen zu filmen.

Ein freundlicher Inder hilft mir weiter und bringt mich zu einem Chemist. Ich schlucke ohne zu wissen was es ist 2 Tabletten.

Von hier versuche ich zu Fuß zum nächsten Starbucks am Connaught Place zu kommen, um meine Espressotasse zu bekommen. Überall liegt der Ruß in der Luft. Immer mal wieder schlafen Leute auf den Fußwegen und doch ist die Stadt mehr oder weniger sauber. Es ist nicht mit einer europäischen Stadt zu vergleichen, aber schlecht ist es per se erstmal nicht.
Ich mache einen Abstecher zur Marktstraße. Hier kann man alles kaufen und die Läden sind einfach nur bunt. Am Cannaught Place spricht mich ein junger Inder an, der wissen will woher ich komme und was ich hier mache. Auch hier sind weiße eher eine Seltenheit. Er bringt mich zum Starbucks und verabschiedet sich wieder. Es gibt hier nicht was ich will. Die Klimaanlage bringt mich zum schwitzen. Mein Shirt ist schnell klatschnass. Zum abkühlen entscheide ich mich für einen Iced Coffee und setze mich hin. Irgendwann zieht es mich wieder raus in Richtung Metro. Der Junge Inder findet mich wieder und begleitet mich noch ein Stück, was mir langsam ein wenig unangenehm wird.

In der Metro Station hole ich für ca. 60€ Rupien und muss zu den Zügen wieder durch einen Metaldetektor. Die Ausschilderung ist verwirrent. Ich will zum roten Fort und auf dem Schild steht ich muss zur grünen Linie, aber überall treffe ich nur auf die Blaue, die auch nicht die selbe Endstation hat. Irgendwann kapiere ich dass ich einfach einsteigen muss. Am Chandni Chowk geht es raus. Man muss die Metro Karte über das Drehkreuz halten um wieder raus zu kommen. Leider funktioniert das Lesegerät nicht richtig und es bildet sich eine lange Menschentraube.
Es dauert etwa 10 Minuten bis ich die 100 Meter durch die Menschenmassen am Bahnhof geschafft habe. Als ein Rikschafahrer mich zu seinem Gefährt locken will und den Weg zum Roten Fort in die komplett andere Richtung angibt, die Google Maps vorgibt greife ich an mein Hosenbein, in dem meine Brieftasche sein sollte, sie ist weg. Ich rufe einmal ganz laut „Fuck“ und habe plötzlich Platz. Es lohnt nicht zu suchen. Ich weiß sie war noch da als ich am Drehkreuz vorbei kam, aber jetzt ist sie weg. Eine kleine Regenwolke schwebt über meinem Kopf und zeigt meine schlechte Laune an. Mir geht auf einmal alles zu langsam.

Ich gehe noch kurz zum Roten Fort, stelle fest dass man Eintritt bezahlen muss, mache ein paar Fotos und mich dann auf den Rückweg. Ein Inder will noch ein Selfie mit mir bevor ich raus komme. Mir stehen 3 km Fußweg bevor. Der Verkehr steht. Auf den Fußwegen ist es eng, da auf der einen Seite kleine Geschäfte sind und auf der anderen Seite überall kleine Bauchläden sind bei denen man Kleinkram kaufen kann. Die Autos schaffen es auch nicht voran. Alles steht und in der Mitte ist ein wütender Deutscher unterwegs, der versucht sich so schnell wie möglich voran zu schlängeln. Mittlerweile habe ich meinen gelben Rundschal um das Gesicht gewickelt um nicht die Abgase einatmen zu müssen. Der Schal bewirkt ein Wunder, keiner spricht mich an. Ich bin nicht mehr direkt als Ausländer erkennbar und nur noch von begrenztem Interesse für Einheimische.
Nach dem halben Weg komme ich auf einem Straßenmarkt, der alles noch ein wenig enger macht. Ich werde hektisch und versuche mich zurecht zu finden. Der ganze Weg dauert ca 1 1/2 Stunden und ich komme alles andere als entspannt am Hotel an. Die Klamotten kleben an mir und ich habe keine Ahnung was ich als nächstes machen soll. Ein deutsches Abenteuer beginnt. Zuerst einmal logge ich mich bei der ING-Diba ein, um meine Visa Karte zu sperren. Stattdessen sperre ich meine Giro Karte, die allerdings sicher zuhause liegt. Das Ticket das ich aufmachen will bringt mir nichts, weil O2 die SMS-TAN nicht an mein Handy schickt. Ich mache von aussen ein Ticket bei der Diba auf und hoffe auf baldige Antwort. Als nächstes stelle ich fest dass meine Sparkassen Karte in der Mitte zerbrochen ist und damit auch wertlos. Ich habe noch genau 110€ dabei. Mit ein bischen Panzertape (sollte man bei jedem Urlaub dabei haben, ernsthaft) klebe ich meine Sparkassenkarte wieder zusammen und gehe zum nächsten Geldautomaten. Die ersten beiden, die ich finde sind defekt, der dritte verweigert die Karte. Zurück im Hotel frage ich ob ich an der Rezeption auch Euros wechseln kann, ja das klappt. Danach frage ich ob das Zimmer bereits voll bezahlt ist, was es zum Glück ist. Ich tausche 30€, gehe noch in einen Shop um einen Stapel Kekse und einiges an Wasser und sonstigen Getränken zu kaufen. Danach bleibe ich erstmal im Zimmer.

Abends erwischt mich dann der Schüttelfrost, der mich die halbe Nacht wach hält. Erst am nächsten Morgen bin ich bereit ein wenig zu duschen. Nach dem Frühstück, mache ich noch ein paar Fotos vom Dach aus. Viel Lust die Stadt zu erkunden habe ich jetzt nicht mehr. Mit nicht wirklich viel Geld und keiner Lust zu riskieren nicht mehr weg zu kommen gammel ich rum. Den Tag über schlafe ich immer wieder und schaue den Rest der Zeit youtube leer oder das indische Fernsehen. Gegen 1 Uhr nachts checke ich aus. Auf der Couch an der Rezeption schläft einer der Angestellten. Ein Uber-Taxi bringt mich Flughafen. Die Straßen sind deutlich leerer. Statt der 400 Rupien, die die Fahrt kostet gebe ich ihm 1000. Er schaut mich erst verständnislos an, nimmt dann aber dankend das Geld und fährt in seinen Feierabend.

Am Checkin bewegt sich die Schlange mit der Geschwindigkeit von Kontinentalplatten. Mit ein paar britische Damen hinter mir mache ich mich ein wenig darüber lustig. Ein weiterer Metaldetektor und ich darf in die Abflughalle. Die verbliebenen Rupien will ich noch ausgeben, kaufe mir ein paar Snacks, ein Buch und ein Glas Honig. Den Heimflug kann ich kaum erwarten. Zum Urlaub komme ich eher nicht noch einmal wieder.
Ich hatte zwei Wochen zeit den Reiz von Indien zu suchen, von dem man immer wieder hört, gefunden habe ich einiges. Einen Grund wiederzukehren habe ich auf dem Heimflug nicht im Gepäck.

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