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Boston nach New Jersey

Eine gestresste Mom mit Uber-Account holt uns an unserer Traumwohnung in der Bostoner Innenstadt ab. Auf der Rückbank sind noch die Krümel der Kinder, die sie wohl gerade erst zum Kindergarten oder zur Schule gebracht hat. Wir zwei sitzen etwas betreten hinten. Die arme Frau muss sich wohl ein paar Dollar dazu verdienen obwohl sie ganz offensichtlich bis über beide Ohren gestresst ist. Immerhin kommen wir pünktlich am Busbahnhof an. Es gibt noch 5 Sterne und ein Trinkgeld von uns mit auf den Weg.

Drinnen heißt es erst einmal warten. Stress gibt es keinen, da unsere Plätze reserviert sind und so säubern wir uns noch, kaufen billigen Kaffee und schauen uns die Souvenirs an.
Dieses Mal kann auch Katrin entspannen, wir müssen uns nicht um eine Unterkunft kümmern, wir werden erwartet.
“Wenn du mal in New Jersey bist sag Bescheid und komm vorbei.” So hat schonmal eine Reise begonnen.
Der Fakt dass uns Freunde erwarten und unterbringen werden macht Katrin allerdings dann doch ein bisschen nervös.

Die Fahrt plätschert angenehm ruhig vor sich hin. Ich schaue ein bisschen Video, immerhin muss das Datenvolumen ja irgendwie aufgebraucht werden. Der Bus macht wieder einen Stopp zum Beine vertreten. 
Beim Verlassen des Busses bleibt einem durch die Kombination aus Luftfeuchtigkeit und Hitze einfach die Luft weg. Dabei noch die Energie aufzubringen und sich etwas zu bewegen ist nicht ganz einfach.

Über ein kompliziertes Brückenlabyrinth fahren wir in die Außenbezirke von New York City ein und plötzlich vergisst der Bus dass er die Gänge 2 bis 5 besitzt und bewegt sich im absoluten Schneckentempo voran. Vielleicht ist das der berühmte New Yorker Feierabendverkehr, aber wenn das immer so ist frage ich mich warum die Leute hier nicht einfach mehr zu Fuß gehen. Das Internet gibt die Antwort, es gab einen Unfall auf der Zufahrt zum Holland Tunnel. Ich schicke eine kurze Nachricht an Anna dass wir uns ggf. verspäten.
Irgendwann kommen wir an der Unfallstelle vorbei. Ein Mülltransporter ist von einer Brücke abgekommen. Das Bild sieht furchtbar aus. Einzeln werden alle Fahrzeuge an der Unfallstelle vorbei geführt. Mit einiger Verspätung schaffen wir es zum Busbahnhof. 

Hier beginnen unsere Probleme erst richtig, wie kommen wir nun weiter. New York steht still. Es führt kein Weg von dieser Insel. Wir müssen uns kompliziert zur Pen-Station durchschlagen. Wie immer werde ich besonders reizbar, wenn es nicht nach meinem Dickkopf geht. Die Massen an Menschen, die auf mich einpressen machen es nicht leichter ruhig zu bleiben, woran ich immer Mal wieder scheiter.
In der Pen-Station müssen wir den richtig Zug nach New Jersey finden, einfacher gesagt als getan. Ich frage immer Mal wieder jemanden, bekomme aber keine hilfreiche Antwort. Nach einigem Suchen in diesem Meer an Menschen finden wir tatsächlich den richtige Zug. Es wird der letzte sein, der es für die nächsten Stunden aus NYC heraus schafft. Wir müssen drücken um überhaupt noch rein zu kommen. Hinter mir weist mich ein Inder an doch bitte weiter zu gehen. Ich drehe mich um und schaue auf jemanden herab der einen halben Kopf kleiner ist als ich, meine Verärgerung ist wahrscheinlich sichtbar:

“Dude I will only make room if I start levitating.”

Zum Glück wird der Zug nach und nach leer während ich dem kleinen Punkt auf meinem Handy folge, wie weit wir noch von Westfield entfernt sind.

Der Zug spuckt uns offenbar am Bahnhof in einer amerikanischen Kleinstadt aus.